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Umfrage:
Einige Konzerne suchen ebenso wie viele Mittelständler noch Auszubildende
Noch Plätze in der Region frei
Gute Nachricht für alle, die derzeit noch eine Lehrstelle in der Metropolregion Rhein-Neckar suchen: Trotz Wirtschaftskrise bilden in diesem Jahr viele Unternehmen aus - und einige von ihnen haben noch Plätze frei. Auch bei den Agenturen für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammer sind noch hunderte unbesetzte Lehrstellen gemeldet. Für Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, also ein idealer Zeitpunkt, um sich an eine Bewerbung zu setzen.
Bei einigen Unternehmen der Region ist in Sachen Ausbildung 2009 allerdings auch schon Schicht: Freudenberg in Weinheim zum Beispiel hat seine 120 Lehrstellen ebenso schon besetzt wie die Volksbank Rhein-Neckar in Mannheim ihre 60 Plätze. Auch die Sparkasse Rhein-Neckar-Nord, HeidelbergCement, John Deere, Telekom, Abbott, Engelhorn und Siemens haben keine freien Ausbildungsplätze mehr. Kaum Einbrüche erwartet
Bei dem Finanzdienstleister MLP läuft derzeit das Auswahlverfahren für die letzten Plätze, ähnlich sieht es bei der Firma ebm-papst im fränkischen Mulfingen aus. Bei Daimler können sich interessierte Jugendliche seit dem 1. Juli schon wieder für das kommende Ausbildungsjahr bewerben, das im September 2010 startet. Wirft man einen Blick auf das aktuelle Ausbildungsangebot der großen Firmen in der Region, sieht man, dass die Krise hier bislang kaum Spuren hinterlassen hat.
Viele bilden etwa die gleiche Anzahl Jugendlicher aus wie im Vorjahr, einige, wie beispielsweise der Software-Konzern SAP, stocken sogar deutlich auf. Selbst Unternehmen wie Heidelberger Druckmaschinen, die derzeit massiv unter der Wirtschaftskrise leiden, machen beim Nachwuchs keine Abstriche.
Auch die Kammern in der Region erwarten keine massiven Einbrüche trotz Rezession. Zwar ist die Zahl der bisher abgeschlossenen Lehrverträge (2310) bei der IHK Rhein-Neckar um 14 Prozent gegenüber Juni 2008 gesunken, "aber letztes Jahr war auch ein absolutes Rekordjahr", sagt Ausbildungsleiter Jürgen Mohrhardt. Damit begründet auch sein Kollege von der IHK Pfalz, Michael Böffel, sein aktuelles Minus von 7,7 Prozent bei 3072 Verträgen. Für 2009 ist Böffel zuversichtlich, dass am Ende mehr offene Stellen als Bewerber zu Buche schlagen werden. Sicher gebe es einige Betriebe, die sich angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage zurückhielten, sagt Mohrhardt. "Aber die Mehrheit hat nach wie vor Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden", so Mohrhardt.
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Deshalb bildeten diese weiterhin aus, um ihren Bedarf decken zu können. Genau deshalb glaubt Rainer Kettner von der Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwald, das Lehrstellen-Niveau des Vorjahres halten zu können. Zudem, so die Beobachtung der Experten, gehen aufgrund der demografischen Entwicklung bereits in diesem Jahr die Bewerberzahlen deutlich zurück. Auch sein Kollege Claus Gilke von der IHK Darmstadt rechnet für 2009 mit einem Rückgang der Kandidaten. "Wir erwarten 500 weniger Lehrstellenangebote, aber auch 500 weniger Bewerber." Er vermutet, dass viele Jugendliche, abgeschreckt durch die Krise, die weiterführende Schule oder ein Studium der Arbeitswelt vorzögen. Mannheimer Morgen 03. Juli 2009 |